naturgefahrenmanagement
Der menschliche Siedlungsraum sowie die damit verbundene Infrastruktur sind in vielen Bereichen von Naturgefahren betroffen. Durch die Verknappung der vor Naturgefahren geschützten Bereiche im alpinen Raum bzw. durch die zunehmende touristische Nutzung von alpinem Gelände steigt die Verwundbarkeit der Gesellschaft gegenüber Schäden durch Naturgefahren.
Als Basis für die Erhebung und Bewertung von Naturgefahren dient eine detaillierte Geländeaufnahme mit der Erfassung der vorhandenen Hinweise bezüglich des auftretenden Leitprozesses, z.B. Stein- und Blockschlag, Rutschung.
Hier erfolgen die Arbeiten -wenn erforderlich- am Seil und können auch durch den Einsatz der büroeigenen Drohne unterstützt werden. Erhoben werden sowohl die möglichen Anbruchgebiete als auch die potentiellen Ablagerungsgebiete. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf der Dokumentation von sogenannten „Stummen Zeugen“ (z.B. Sturzblöcke vergangener Ereignisse), der Aufnahme der Untergrunddaten (Dämpfung, Rauigkeit etc.) und der Definition von Standorten für mögliche Schutzmaßnahmen. Neben der Aufnahme vor Ort werden auch historische Luftbilder, Orthofotos und Laserscandaten herangezogen. Die Ergebnisse der Geländeerhebungen werden mittels GIS-Software dargestellt und für die weiterführenden Simulationen (2D oder 3D) aufbereitet. Als Ergebnis der Simulationen liegen Gefährdungsbereiche mit unterschiedlichen Auftretenswahrscheinlichkeiten und Intensitäten vor auf deren Basis Schutzmaßnahmen (Steinschlagschutznetze, Steinschlagschutzdämme) gemäß ONR 24810 bemessen werden. Neben der Planung der Schutzmaßnahmen wird deren Bauausführung entsprechend geologisch-geotechnisch betreut und koordiniert. Bestehende Schutzbauten werden in den dafür in der ONR vorgesehenen Zyklen kontrolliert und begangen.
Zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen können projektspezifische Alarm- und Überwachungskonzepte ausgearbeitet werden. Dazu werden verschiedene Monitoringsysteme installiert, die es ermöglichen, in potentiell gefährdeten Gebieten Anzeichen auf ein bevorstehendes Ereignis frühzeitig zu erkennen und dementsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Leistungen
- Naturgefahrenerkundung
- Steinschlagschutz
- Hochwasserschutz
- Rutschungen- und Murenschutz
- Naturgefahrenkartierung (auch in schwierigem, alpinem Gelände am Seil)
- 2D und 3D Steinschlagsimulationen
- Bemessung von Schutzmaßnahmen (Schutznetze und Schutzdämme) gemäß ONR 24810
- Überwachung, Kontrolle und Prüfung der Schutzbauten
- Zustandsbewertung, Beurteilung der Gebrauchstauglichkeit der Schutzbauten nach Ereignissen
- Führen von Wartungshandbüchern und Ereignisdatenbanken
- Beurteilung von Rutschhängen und Sanierungsplanung
- Koordinierung Felsberäumungen
- Drohnenbefliegungen, Erstellen von 3D-Modellen
- Ereignisdokumentation
- Festlegen und Bemessung von Primärsicherungen (z.B. für Einzelblocksicherungen)
- Variantenstudien
- Kostenschätzungen
- Einreich- und Ausführungsplanungen
- Monitoring und Überwachung (z.B. Telejointmeter)
- Beratung, Planung und Bauaufsicht bei Hangrutsch, Steinschlag, Felssturz
- Geologische Betreuung touristischer Ziele (Schauklammen, Erlebniswege)
- Bereitschaftsdienste
Referenzen
Auswahl an Projekten
- Gemeinschaftskraftwerk Inn: Steinschlagschutz Ovella
- Sanierung und laufende Betreuung Liechtensteinklamm
- Felsenweg Gastein
- Steinschlagsimulationen für das Kraftwerk Tumpen-Habichen
- Steinschlagsimulationen für das Kraftwert Tauernbach
- Steinschlagsimulationen und Baubetreuung Kleinkraftwerk Pesendorfer